Freie Waldorfschule "Christian Morgenstern"

Wir haben das Glück, dass unsere Schule in einer einzigartigen Umgebung beheimatet ist. Ein schöner, von hohen Bäumen umsäumter Park, lädt die Kinder zum Spielen, Klettern und Entdecken ein. Auch ein kleiner Schulgarten mit Raum für den Gartenbauunterricht und einem Getreidefeld findet auf dem Gelände seinen Platz. Die Klassenräume befinden sich in einer alten Villa, die seit 1982 unser Schulhaus ist. Alle Räume werden mit Liebe und Sorgfalt so gestaltet, dass sie das Lernen und Wohlbefinden der Kinder unterstützen.

Unterricht an Waldorfschulen

  • Der/die Klassenlehrer/in begleitet die Schüler von der ersten bis zur achten Klasse (Grund- und Mittelschule)
  • Die meisten Fächer werden in den ersten zwei Stunden des Schulvormittages (Hauptunterricht) in Epochen unterrichtet, das heißt, die Themen werden über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen intensiv kennengelernt, vertieft und geübt.
  • Die Inhalte werden in individueller Form in einem Epochenheft festgehalten, das von den Schülern im Laufe der Jahre zunehmend selbstständiger geführt wird
  • Der Waldorflehrplan ist entwicklungsorientiert und bildet eine zusammenhängende Einheit über die acht Klassenlehrerjahre hinweg und als Gesamtes auch bis in die Oberstufe hinein
  • Das künstlerische Gestalten, die Musik und Bewegung, aber auch das praktische Tun durchdringt alle Unterrichtsinhalte und Methoden. Dreimal im Jahr präsentieren die Klassen öffentlich in einer „Monatsfeier“ vor der gesamten Schulgemeinschaft, was sie im Unterricht musikalisch, sprachlich oder in der Eurythmie erarbeitet haben.
  • Die Schüler bekommen keine Noten, sondern am Ende des Jahres eine ausführliche Beschreibung ihrer Entwicklung und Beurteilung ihrer Lernschritte

Ein Schulvormittag

Der Schulvormittag beginnt mit dem Hauptunterricht beim Klassenlehrer. Die 120 Minuten sind rhythmisch gestaltet. Dieser atmende Rhythmus unterstützt die Kinder in vielen Bereichen, die neben dem Kognitiven ebenfalls zentral für das Lernen sind. Auf einen konzentrierten, gesammelten Beginn folgt ein bewegter, lebendiger Teil des Unterrichtes, in dem Sprache, Musik und Bewegung ihren Platz finden. Nun beginnt die inhaltliche Arbeit, die zunächst ein Wiederholen und Üben der bereits bekannten Themen bedeutet, bevor ein neuer Lernschritt erfolgen kann. Die Inhalte werden primär durch die Schilderungen und Darstellungen des Lehrers an die Schüler herangetragen und im Anschluss in einem individuell gestalteten Epochenheft festgehalten und geübt. Ein „Ausatmen“ am Ende des Unterrichts erfolgt durch das Erzählen. Die Inhalte der Erzählungen sind auf das Lebensalter, aber auch auf die Lerninhalte abgestimmt. An den Hauptunterricht schließt die große Pause an, auf die der Fachunterricht folgt.

Altersübergreifender Unterricht

Unsere Klassen bestehen oft aus altersheterogenen Lerngemeinschaften von zwei Jahrgangsstufen, die gemeinsam unterrichtet werden (Doppelklassen). Besonders ist außerdem, dass wir in allen Klassen Kinder aus italienisch-sprachigen Familien haben. So entsteht eine große Vielfalt an Lern- und Begegnungsmöglichkeiten. Vor allem soziale Kompetenzen wie Verantwortungsgefühl, Selbstständigkeit, Initiativkraft, aber auch die Sprachkompetenz und Offenheit werden in dieser Form des Unterrichts besonders gestärkt.

 

 

 

 

 

 

Themen und Fächer

Themengebiete der Epochen im Hauptunterricht

  • Rechnen
  • Deutsch, Grammatik
  • Sachkunde (Ackerbau, Handwerk, Hausbau)
  • Menschenkunde, Tier- und Pflanzenkunde, später Biologie
  • Heimatkunde, Erdkunde und später Geografie
  • Physik und Chemie
  • Geschichte

Fächer, die das ganze Jahr durchgehend in den Fachstunden unterrichtet werden

  • Italienisch als Zweitsprache
  • Englisch
  • Übstunden
  • Musik
  • Kunst
  • Eurythmie
  • Turnen/ Bewegung
  • Handarbeit
  • Religion
  • Werken (ab der 5. Klasse)
  • Gartenbau (ab der 5. Klasse)

Lehrplan

Der Lehrplan an Waldorfschulen

Übersicht über den Lehrplan von 12 Jahren Waldorfschule
http://www.waldorfschule.de/waldorfpaedagogik/was-ist-waldorfpaedagogik/lehrplan/

Die Anregungen Rudolf Steiners zu den Inhalten der einzelnen Klassenstufen im Zusammenhang mit den Erkenntnissen einer allgemeinen Menschenkunde haben bereits eine lange Tradition. Im Laufe der Zeit wurden die Ideen und Inhalte fortlaufend vertieft und weiterentwickelt. Sie orientieren sich an dem sich entwickelnden Kind, dessen Individualität den eigentlichen Lehrplan darstellt.
Im Folgenden wird der Versuch unternommen, die einzelnen Entwicklungsmomente der Kinder und die damit zusammenhängenden Lernschritte in den acht Klassenlehrerjahren aufzuzeigen.

In einer ersten Klasse herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Die Kinder sind nun keine Kindergartenkinder mehr: Sie wollen lernen. Das Lernen erfolgt in der Stimmung, die dem Kind in diesem Alter gemäß ist. Es ist lebendig, bewegt und bildhaft, so wie das Denken und Sein des Kindes. In diesem Sinne lernen die Kinder die Buchstaben- und Zahlenwelt kennen, tauchen in die Welt der Fremdsprachen ein (Italienisch und Englisch), musizieren, malen, machen Eurythmie und Handarbeit.

Nach einem Jahr sind sie nun bereits richtige Schulkinder geworden, haben sich als Klassengemeinschaft gefunden und können bereits viel. Dieses Können wird durch fleißiges Üben vertieft, gefestigt und es wird Neues erschlossen. So erweitert sich die Zahlenwelt und das Schreiben und Lesen wird geübt. Im Erzählteil tauchen nun die Fabeln und Legenden auf, die in bildhafter Sprache innere Fragen der Kinder thematisieren.

In diesem Lebensalter sind die Kinder mit großen Veränderungen konfrontiert. Es tauchen oft Ängste und innere Unsicherheiten auf, die mit einer anfänglichen Trennung von Gewohntem und Geborgenem einhergehen. Auf diese Umwandlungsprozesse antwortet die Waldorfpädagogik unter anderem mit dem Fokus auf das praktische Leben, das die Schüler in Form von handwerklichen Berufen kennenlernen, aber auch selbst tätig werden. So wird  gepflügt, gesät und geerntet und in einer Hausbauepoche gebaut. Die Erlebnisse halten die Kinder in kleinen, selbstverfassten Aufsätzen fest. Damit verbunden taucht im Rechnen das Messen und Wiegen anschaulich auf.

Das Interesse der Schüler richtet sich mehr und mehr nach außen und es kann nun bereits objektiver auf die sie umgebende Welt geschaut werden. In der ersten Heimatkunde wird die unmittelbare Umgebung erschlossen und in der Menschen- und Tierkunde wird der Weg durch die Naturreiche begonnen, der in den folgenden Jahren fortgeführt wird. Im Sprachunterricht kommt zu dem Sprachverständnis nun auch die Schreib- und Lesekompetenz hinzu.

In der äußeren Gestalt drückt sich in diesem Alter ein besonders harmonischer Entwicklungsmoment aus. In der ersten Geschichtsepoche lernen die Schüler in einem großen Bogen die ersten Kulturen des Orients kennen. Vor allem die griechische Kultur mit ihrem Sinn für die Schönheit und Harmonie hat einen großen Stellenwert. Über das Jahr hinweg werden neben dem Unterricht die olympischen Disziplinen geübt und in einer griechischen Olympiade zusammen mit anderen Waldorfschulen aus Italien ausgetragen. In der Naturkunde wird das Pflanzenreich betrachtet und die Heimatkunde der vierten Klasse mündet nun in die Geografie und die wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes.

Die kindliche Unbeschwertheit weicht mit dem Entwicklungsschritt im 12. Lebensjahr. Ein großer Wachstumsschub prägt sich vor allem auf das Knochen- und Sehnensystem aus. Auf diese Entwicklung und zudem auf das Erwachen der intellektuellen Kräfte antwortet der Lehrplan mit dem Schwerpunkt auf dem naturwissenschaftlichen Unterricht: den ersten Epochen in Physik, Mineralogie, Geografie und Astronomie. Zudem taucht in der Mathematik die Zins- und Prozentrechnung auf. Die Geschichte wird in der sechsten Klasse mit den Römern bis zum Mittelalter weitergeführt.

 

Zu den naturwissenschaftlichen Epochen gesellt sich in der siebten Klasse die erste Chemie, die vorwiegend phänomenologisch durchgeführt wird. Die Schüler schulen in den Versuchen ihre Beobachtungsgabe, worauf in mehreren Schritten das Phänomen ausgewertet und die Erkenntnisse in Begriffen definiert werden. Ähnlich wird in der ersten Physik vorgegangen, in der die Schüler basale mechanische Begriffe kennenlernen. In der Geschichte kommen wir nun in der Neuzeit an, in der Mathematik bei den Gleichungen und in der Geometrie bei dem Lehrsatz des Pythagoras.

Vor dem Übergang von der Mittel- in die Oberstufe finden in der achten Klasse neben der staatlichen Mittelschulprüfung auch andere, spezifische Abschlüsse und Reifeprüfungen statt. Die Schüler arbeiten das gesamte Schuljahr hinweg außerhalb des Unterrichts an einer individuellen Arbeit, die am Ende des Jahres der gesamten Schulgemeinschaft in angemessener Form präsentiert wird. Gleich am Anfang des Jahres beginnt zudem die gemeinsame Arbeit an einem Theaterstück. Neben dem Schauspiel bemühen sich die Schüler um Kostüme, die Plakatgestaltung, Werbung und Fundraising und vieles weitere, was mit einer großen, öffentlichen Aufführung im Zusammenhang steht.

Wie wir arbeiten - Aufbau & Organisation


Unsere Schule ist eine von Eltern gegründete, inzwischen anerkannte Privatschule, die von Eltern und Lehrern getragen wird. Der ehrenamtliche Schulverein ist der rechtlich- wirtschaftliche Träger von Kindergarten, Spielgruppe und Schule. Den pädagogischen Bereich gestaltet das Kollegium gemäß der Waldorfpädagogik. Waldorfschulen basieren auf dem Prinzip der Selbstverwaltung und sind bewusst so organisiert, dass Menschen soziale Kompetenzen wahrnehmen und entwickeln können. Diese Struktur erfordert enge Zusammenarbeit und Mitarbeit der Eltern. Der Hauptteil für die Finanzierung des Schul- und Kindergartenbetriebes wird von der gesamten Elternschaft eigenverantwortlich, aber auch durch gemeinschaftliche Aktionen, aufgebracht. Ein weiterer Teil wird vom Land beigesteuert.

Aufnahme neuer Schüler

Grundsätzlich steht unsere Waldorfschule allen Kindern offen. Die Anmeldung ist das ganze Jahr hindurch möglich. Die Einschreibung für die erste Klasse und der Quereinstieg in alle anderen Klassen unterscheiden sich jedoch geringfügig in der Art ihrer Durchführung:

Anmeldung für die 1. Klasse:

  • Einschreibungstermin für die erste Klasse ist der 31. Januar
  • Vor diesem Zeitpunkt findet ein pädagogisches Informations- und Einführungsgespräch statt
  • In der Visite bei unserem Schularzt wird die Frage der Schulreife geklärt
  • Im Frühjahr werden für die eingeschriebenen Elternhäuser Informations- und Einführungsabende veranstaltet

Quereinstieg

  • In einem ersten Gespräch findet zunächst ein gegenseitiges Kennenlernen statt
  • In Form einer Hospitation hat das Kind die Möglichkeit, den Unterrichtsalltag zu erleben
  • Im Anschluss werden die Motivation für den Schulwechsel, aber auch die Möglichkeiten der Schule besprochen, falls erhöhter Förderbedarf bestehen sollte
  • Das Lehrerkollegium bespricht die Anfrage und gibt anschließend eine Rückmeldung für die Entscheidung

Am Ende jeder Aufnahme steht ein Gespräch zu organisatorischen Fragen und den finanziellen Vereinbarungen